Stuttgarter Erklärung

Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Nidersachsen

Eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts in Niedersachsen zeigt sehr deutlich, dass sowohl bei Fremdenfeindlichkeit als auch beim Rechtsextremismus Waldorfschüler das allerniedrigste Niveau aufweisen. Während 24,7 Prozent der Hauptschüler fremdenfeindlich und 9,5 Prozent rechtsextrem denken, liegen die Zahlen bei Gymnasiasten bei 8,3 bzw. 1,9 Prozent. Waldorfschüler indes sind nur zu 2,8 Prozent als fremdenfeindlich und zu 1,2 Prozent als rechtsextrem einzustufen. Der Leiter des Instituts, Professor Dr. Christian Pfeiffer, unterstreicht diese Tatsache in seinen Vorträgen zu dieser Studie immer wieder sehr deutlich und bewertet sie als klares Indiz für einen engagierten Einsatz der Waldorf-Pädagogen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.

Quelle:
[ Bund der Waldorfschulen ]

Waldorfschulen gegen Diskriminierung

  • Die Freien Waldorfschulen leisten bei der Wahrnehmung ihrer erzieherischen Aufgabe im Geiste der Menschenrechte einen Beitrag für eine Gesellschaft, die auf dem solidarischen Zusammenleben aller Menschen beruht.

  • Als Schulen ohne Auslese, Sonderung und Diskriminierung ihrer Schülerinnen und Schüler sehen sie alle Menschen als frei und gleich an Würde und Rechten an, unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit, nationaler oder sozialer Herkunft, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung.

  • Die Anthroposophie als Grundlage der Waldorfpädagogik richtet sich gegen jede Form von Rassismus und Nationalismus. Die Freien Waldorfschulen sind sich bewusst, dass vereinzelte Formulie-rungen im Gesamtwerk Rudolf Steiners nach dem heutigen Verständnis nicht dieser Grundrichtung entsprechen und diskriminierend wirken.

  • Weder in der Praxis der Schulen noch in der Lehrerausbildung werden rassistische oder diskriminierende Tendenzen geduldet. Die Freien Waldorfschulen verwahren sich ausdrücklich gegen jede rassistische oder nationalistische Vereinnahmung ihrer Päda-gogik und von Rudolf Steiners Werk.

  • Aus diesem Selbstverständnis arbeiten die Freien Waldorfschulen seit ihrer Gründung 1919. Waldorfpädagogische Einrichtungen engagieren sich heute in allen Erdteilen, darunter in sozialen Brennpunkten Europas, Afrikas, Amerikas, Asiens, in Israel und der arabischen Welt.

Verabschiedet von der Mitgliederversammlung des Bundes der Freien Waldorfschulen, Stuttgart, am 28. Oktober 2007

War Rudolf Steiner Rassist?

Am 3. September 2007 erschien auf der Website von Spiegel online ein Artikel, in welchem der Spiegel-Autor Per Hinrichs mit einer gewissen Schadenfreude versuchte, Rudolf Steiner zu demontieren und ihn als gefährlichen Rassisten darzustellen, dessen Gedankengut auch heute noch dazu diene, Schüler durch willfährige Lehrer zu indoktrinieren. Selbstverständlich wurde die Gelegenheit genutzt, um auch den Waldorfschulen insgesamt eins auszuwischen.

Anlass für diesen Artikel war ein Schreiben des Bundesfamilienministeriums an die Prüfstelle für jugendgefährdende Medien, in dem gefordert wurde, zwei Werke Rudolf Steiners auf den Index für jugendgefährdende Schriften zu setzen, weil sie "Rassen diskriminierende Aussagen" enthielten.

Zum Spiegel-Artikel

Drei Tage später, am 6. September 2007 wurde über SWR1 (Quelle Tagesschau) die Nachricht verbreitet, die Prüfstelle sei dem Antrag des Bundesfamilienministeriums nicht gefolgt, die umstrittenen Textpassagen dürfen im Wortlaut stehen bleiben, allerdings muss der Verlag die Textstellen in einer Neuauflage so kommentieren, dass sie verständlich werden. Zum SWR1-Artikel
Lesen Sie dazu auch die Kommentare des Bundes der Freien Waldorfschulen zu Rassismus sowie Aggression und Fremdenfeindlichkeit an deutschen Schulen: Kommentar Bund der Waldorfschulen zu Rassismus

Kommentar Bund der Waldorfschulen zu Aggression